Neues.

Juni 16, 2013 1 Kommentar

Es ist schon eine Weile her, ich entschuldige mich dafür. 

An diesem Wochenende hatte ich ein kleines Schlüsselerlebnis. 

Ich saß auf dem Sofa und hörte mir eine neue Band aus dem von Gitarren dominierten Genre an und stolperte über die eine oder andere Textstelle. Ich nahm also das der CD beiliegende Heftchen zur Hand und stöberte mit wachsendem Entsetzen durch die lyrischen Ergüsse, die die Herrschaften an die breite Masse liefern wollten. 

Schlechtes Englisch ist kein Verbrechen. Ein schlechtes Übersetzungsprogramm auch nicht. Allerdings wundert es mich, dass man sich in der Musik immer weiter vom Sinn der Lieder entfernt, nur weil es sich gerade reimt oder weil da noch ein ganz bestimmtes Wort hinein muss. Solche Dinge ist man von einigen Musikgenres gewöhnt, doch bisher war das Genre Rock und Metal davon immer relativ weit entfernt (es gibt natürlich auch dort Ausnahmen). 

Und jetzt? Ich würde gerne die eine oder andere Zeile hier abtippen, nur damit ich um Hilfe schreiben kann, doch ich habe mich mit dieser Band noch nicht schriftlich auseinandergesetzt. Daher muss ich Euch diese Schmankerl vorenthalten und verrate viel lieber, welch glorreiche Idee mir zur Erweiterung meines Sortimentes gekommen ist: 

Ich werde texten.

Nicht per SMS oder Handy, nein… Von jetzt an kann man als Musiker an mich herantreten und mir eine Idee geben, wovon der nächste Hit handeln soll. Oder man gibt mir einen fertigen Text und ich korrigiere das Schlimmste heraus, damit es auch noch Sinn macht und sich der Ottonormalverbraucher nicht den Kopf darüber zerbrechen muss, warum der gute Mann oder die gute Frau im Radio nur Halbsätze und Zusammenhangloses von sich gibt. 

 

Also, Bands, Musiker, Dichter und Denker, hier bin ich. Ich habe einen Rotstift und ich werde ihn benutzen ;o)

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Trotzreaktionen bei Erwachsenen

November 6, 2012 2 Kommentare

Man kennt das: Eltern geben Ratschläge weil sie glauben, es besser zu wissen. Meist wissen sie es besser. Aber mal ehrlich, wer widersteht immer der Versuchung, den eigenen Kopf trotzdem durchzusetzen? Egal in welchem Alter?
Rauchen ist so ein Thema. Ich habe das Zählen der gut gemeinten „Hör auf damit“-Ratschläge aufgegeben. Ich rauche übrigens immer noch. Momentan mit der Rechtfertigung, dass die Planung einer Hochzeit doch den einen oder anderen Nerv strapazieren kann.

Und damit sind wir auch schon bei den Trotzigkeiten, die sich gestern und heute zugetragen haben.

Der Weltuntergang ist nur noch 46 Tage entfernt.
Unsere Hochzeit noch 45 Tage.

Gestern hatte ich noch genug Kraft, meine bzw. unsere Handlungsweise vernünftig zu erklären.
Nach mehreren missglückten Anläufen kam es gestern endlich dazu, dass meine Eltern sich die Lokation für die Feier ansehen konnten. Wir haben selbst ausgesucht – sehr zum Leidwesen meiner werten Mutter. Das Bistro war früher einmal eine Autowerkstatt und das sieht man. Soll man auch. Der Laden passt zu meiner besseren Hälfte und mir und damit basta. Meine Mutter mag den Laden nicht. Logische Argumente bewogen sie schließlich zu zähneknirschender Akzeptanz.

Heute allerdings ging es mir nicht gut genug, um Argumente vorzubringen. Der grippale Infekt, der mich am Wochenende heimsuchte, machte sich nach der gestrigen Tour wieder bemerkbar und gipfelt in diesem Moment in einem ordentlichen Rückfall.
Der heutige Tag war der Tischdekoration verschrieben und meine Eltern wussten natürlich, wo man sowas am besten kauft. Also rein ins Auto, auf die Autobahn und etwa 50km später fanden wir uns beim Werksverkauf einer Firma für papierne Tischwäsche wieder. Deko ist nicht meine Stärke. Ich habe Geschmack, ja, aber Tischdeko ist mir einfach nicht wichtig genug, um so viele Gedanken daran zu verschwenden.
Der Bräutigam und ich waren uns einig: schlicht und elegant sollte es sein. Tischdecken in Marine, Tischläufer und Servietten in Ecru (früher hieß die Farbe mal Eierschale, aber das will ja keiner mehr), fertig.
Mit Brauteltern und baldiger Schwiegermutter im Gepäck gestaltete sich das allerdings sehr – nein, zu schwach – äußerst schwierig.
Von der gewünschten Kombination wollte Mutter nichts wissen und suchte cremefarbene Tischdecken aus. Geht ja noch, haben wir gedacht, dann eben Läufer und Servietten in Blau.
Wir merkten schnell, dass das nun wirklich zu einfach gewesen wäre. Der einzige, der uns bei der Suche nach BLAU unterstützte, war mein Sohn. Brautmutter sei Dank war er auch den Tränen nah, als er toll aussehende blaue Servietten herbeischaffte und erfahren musste, dass sie nicht zum Läufer passten, den meine werte Mutter ausgesucht hatte (finde den Fehler). Der Zwerg fühlte sich nicht besser, als ihm das gleiche mit Servietten in Weiß, Grün und Beige wiederfuhr. Die Auswahl der Tischwäsche änderte sich minütlich und entfernte sich mit jedem Mal weiter von unseren Vorstellungen.
Die cremefarbene Tischdecke mutierte in Sekunden von „Nur mal schauen“ zu „Die wolltest du doch!“.

Ich glaube, es war mein Sohn, der die ersten Trotzversuche wagte (wenn Du das irgendwann liest, danke, mein Sohn. Du warst schon immer ein cooler Typ.), indem er beige Servietten mit braunem Elchmuster anschleppte. Seine Stimmung kippte sofort, als Oma ihm mitteilte, dass das nix für die Hochzeit von Mama sei.
Damit war eigentlich schon klar, dass ich diese Servietten will. Weil Mutter sie nicht will.
Eigentlich albern wenn man bedenkt, dass ich 28 Jahre alt bin. Aber wie oben erwähnt, Trotzphasen haben keine Altersbeschränkung.

Nachdem sich die cremefarbene Tischdecke an zahllose Läufer halten lassen musste, fanden wir drei Protagonisten einen Weg, uns doch noch durchzusetzen.
Wir legten eine Finte.
Unter scheinbarer Zustimmung für eine cremefarbene Tischdecke mit beigem Läufer entfernten wir drei uns von den Altvorderen.
Und suchten verdammt nochmal selbst aus!
Das Endergebnis ist folgendes:
Tischdecke in Eisblau. Läufer und Servietten in Beige. Mit braunem Elchmuster.
Wie beim schwedischen Möbelmogul.
Das Tollste an der Tischdeko: wir haben es geschafft, dass die Brauteltern sie nicht mögen.
Und uns ist es mittlerweile egal, wie die Tische aussehen.

Ich erwarte mit Spannung die Tortendiskussion.
Eine klassische Torte buhlt gerade mit Skeletors Snake Mountain und Star Treks Borg Kubus um den ersten Rang.
Sollte uns die Diskussion mit den Eltern zu bunt werden, greifen wir auf härtere Mittel zurück:
eine Elchtorte aus Knäckebrot.
Und die Anzüge werden gegen Norwegerpullis eingetauscht.
Das Kleid werd ich dann mit Wattebällchen versehen und die Schneekönigin darstellen.
Oder so.

Ich glaube, ich habe Fieber…

Schritt eins: Lesen

Ich habe mir das digitale Buch einverleibt.
Und es klingt bisher noch logisch.

Nun werde ich den Rat des Ratgebers befolgen und eine Nacht darüber schlafen.
Und ich sollte auf keinen Fall anfangen, über mein Rauchverhalten morgen früh nachzudenken.

Ich bin dann mal Nichtraucher. Jetzt.

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Das Rauchen aufgeben

Oktober 17, 2012 5 Kommentare

Ich will ernsthaft versuchen, das Rauchen dranzugeben.
Nachdem es mir nicht half, die finanziellen und gesundheitlichen Aspekte zu bedenken, versuche ich es nun mit einem Buch.

„Jetzt Nichtraucher werden!“ von Alexander Nörfelder (Kindle Version, 0,89€) soll es dann sein.
Da sich die handelsüblichen Ratgeber, die man auch im Printhandel ständig sieht, auf einem meiner Meinung nach unverschämten Preisniveau befinden, fiel die Wahl nicht schwer.

Das Buch verspricht, innerhalb von 60 Minuten vom fiesen Laster zu befreien – und das ohne Entzugserscheinungen.
Klingt irgendwie zu schön, um wahr zu sein.
Doch wir werden sehen. Heute Abend soll es dann soweit sein. Nachdem ich den Zwerg ins Bett gebracht habe, fängt hoffentlich das Ende einer knapp 15-jährigen Raucherkarriere an.

Und selbstverständlich wird das alles hier dokumentiert.

Daumen drücken, bitte!

„Lutetia Stubbs – Herz aus Stein“ von Matthias Czarnetzki

September 3, 2012 1 Kommentar

Der zweite Fall für Lutetia Stubbs wurde von mir mit Spannung erwartet und mit großer Freude korrigiert. Czarnetzkis Stil hat keinen Deut nachgelassen und ist noch immer humorvoll, ironisch und flüssig zu lesen. Wie im Vorgänger „Kellerleichen“ gibt es keine Unterteilung in Kapitel, sondern nur größere Absätze, die es wirklich schwer machen, das Buch aus der Hand zu legen.

In Borough ist nur für kurze Zeit Ruhe eingekehrt, nachdem Lutetia Stubbs scheinbar alles geregelt hat und ihre Vorstellung von Gerechtigkeit und Frieden über das Dorf gelegt hat. Doch es bleibt nicht lange ruhig, schließlich hat ihr Lieblingsgegner Murdok McDuff noch einige Überraschungen auf Lager. Während Lutetias Vater also mit seiner neuen Freundin Brenda einen Urlaub in Las Vegas verbringt, wird es wieder Zeit für die anämisch wirkende junge Dame in Schwarz, zu ermitteln. Und dieses Mal kommt sie nicht so glimpflich davon.

Ich mag dieses Buch. Nicht nur, weil man nicht in die Hand beißt, die einen füttert, sondern weil es so schön zu lesen ist. Es wird richtig spannend, als Lutetia auf den Boss der Russenmafia trifft und… Nein, das werde ich jetzt nicht verraten. Lesen Sie es selbst, es lohnt sich. Nur ein Tipp: lesen Sie vorher bitte „Kellerleichen“. Einige Zusammenhänge erschließen sich nur, wenn man den ersten Teil schon gelesen hat. Zum Beispiel die Geschichte mit George, oder wie es überhaupt dazu kommt, dass Lutetia sich überhaupt mit der Russenmafia herumschlagen muss. Das Herumschlagen ist übrigens wörtlich gemeint.

Erhältlich ist es wieder über den Internetauftritt von Matthias Czarnetzki und über die gängigen Ebook-Stores.

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„Roberts Lügen“ von Rolf von Manowski

Ein tolles Buch. Wirklich. Rolf von Manowski versteht es, vom ganz großen Glück zu berichten – und vom beschwerlichen, Nerven zermürbenden Weg dorthin.

Robert lebt ein Bilderbuchleben mit einer Bilderbuchfamilie: ein Haus mit großem Garten, eine Frau, zwei kinder, ein Hund. Von einem weißen Gartenzaun und einem Volvo ist zwar nicht die Rede, doch es fehlt nicht mehr viel dazu. Alle sind glücklich in dieser Idylle. Alle außer Robert. Er stellt sich die überaus menschliche Frage, ob das wirklich schon alles war. Im zarten Alter von 21 Vater werden und dann seinen Lebeninshalt dabei zu belassen, die Versorgung der Familie zu finanzieren. Robert möchte mehr. Eigentlich wünscht er sich nur, dass er seine Frau wieder so lieben kann, wie es anfangs einmal war. Und dass sie sich vielleicht nicht so sehr gehen lässt, ihn nicht mehr als selbstverständlich ansieht. Zerrissen zwischen der Verantwortung auf seinen Schultern und dem Wunsch nach dem berühmten Kribbeln im Bauch, zieht er sich selbst in eine abwärts gehende Spirale aus Affären, Alkohol und Schmerz. Und doch findet er irgendwie einen Ausweg aus der Sackgasse.

Ich will natürlich nicht zuviel verraten, lesen sollten Sie es schon selbst. Der Stil ist flüssig und leicht verständlich, beinahe schon umgangssprachlich. Eben so, als würde Rolf von Manowski auf Ihrem Sofa sitzen und von seinem Freund Robert erzählen. Und Sie sitzen vor ihm und hören gespannt zu. So viel Unglück kann ein Mensch doch nicht ertragen, werden Sie sich denken. Doch ein Mensch kann, wenn er einen guten Grund hat. Mit diesem Buch hat Herr von Manowski mich daran erinnert, wie einfach meine Trennung vor sieben Jahren doch war. Wie unkompliziert und harmonisch. Eben genau das Gegenteil von dem, was Robert erlebt hat.

Ob Sie sich nun mitten im Scheidungskrieg befinden oder glücklich verliebt sind, lesen Sie dieses Buch. Es wühlt in menschlichen Ängsten und lässt die Frage aufkommen, ob es wirklich recht und billig ist, sich immer auf die Seite der Verlassenen zu schlagen. Denn nichts ist so rachsüchtig und kaltblütig, wie ein verletztes Ego.

Das Ebook ist in allen gängigen Ebook-Stores zu kriegen und sollte dementsprechend für jeden Geldbeutel erschwinglich sein.

„Lutetia Stubbs – Kellerleichen“ von Matthias Czarnetzki

Diesen Krimi gab es so zu kaufen, wie ich Bücher am liebsten mag: auf Papier gedruckt. Halten Sie mich für altmodisch, von mir aus. Ich liebe Bücher am meisten, wenn ich jede Seite einzeln anfassen kann.

Über Twitter und das Thema Zivilcourage stieß ich auf Matthias Czarnetzki, der mir gleich erzählte, dass er ein Autor ist. Und weil ich, wie bereits erwähnt, Bücher liebe, folgte ich dem Link zu seiner Internetpräsenz und las den Klappentext zum ersten Fall der Lutetia Stubbs. Prompt investierte ich in eine Printausgabe und las. Und las. Und liebte es.

Lutetia Stubbs zieht mit ihrem Vater und ihrem Bruder auf ein Schloss in Borough. Auf den ersten Blick ist Borough ein verschlafenes Dorf mit ganz normalen Dorfbewohnern. Es dauert jedoch nicht lange, bis Lutetia bemerkt, dass Borough keineswegs ein normales Dörfchen ist. Sie, die auf Grund ihres Erscheinungsbildes so gar nicht in die Dorfgemeinschaft passt, findet sehr schnell heraus, dass eine Kriminalitätsrate in unermesslicher Höhe schweben kann, ohne offiziell überhaupt vorhanden zu sein.

Czarnetzkis Stil ist eigen, gespickt mit Sarkasmus, Ironie und einer gehörigen Portion Humor. Auch Menschen, die lieber Komödien lesen kommen hier voll auf ihre Kosten.

Erhältlich ist dieses Werk sowohl als Ebook als auch in der Printversion, zu beziehen über den Internetauftritt des Autors.

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